Meinungen und Verhalten von aussen

Sunday
,
11
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October
2020

Die Sicht von aussen, mit dem wir tagtäglich umzugehen haben. Vor allem ich als Mutter, was das mit mir machte und wie ich nach paar Monaten damit umgehe.

Zuerst möchte ich grad klar stellen, das ich keine Schulform in der Schweiz im allgemeinen verurteile. Ich rede einfach aus MEINER Sichtweise. Jede Familie, davon bin ich zutiefst überzeugt, hat ihre eigenen Weg. Das es seeehr viele Wege im Leben gibt, das weisst du mittlerweile selbst. Ich erzähle dir aus unserem, heute von MEINEM.

Der Alltag im Homeschooling betrifft nicht nur den schulischen Teil. Einkaufen, Arzt und Untersuchungstermine, Aktivitäten, mit Fuchur Gassi gehen, Haushalt, Freunde und Familie, Partnerschaft, Arbeit....es bezieht sich alles mit ein. und DAS ist anstrengend. Vor allem die Meinungen und Verhalten vom Aussen.

Wie oft ich schon belächelt worden bin, will ich schon gar nicht zählen. Das es eine egoistische Entscheidung sei. Das ich meine Kinder verweichliche und sie so erst recht (was soll denn das bitte heissen?) nicht mehr in dieser Gesellschaft klar kommen...blablabla. Anfangs war ich noch bestürzt, weil ich es nicht fassen konnte was für schräge Ansichten und Argumente fremde Leute auf uns werfen.  "Das ist einfach meine Meinung", höre ich dann immer. ALs ob ich gefragt hätte, oder sie mir wichtig wäre für mein weiteres fortbestehen oder meine Entscheidungsfindung. Dann wurde ich mit der Zeit wütend, wollte mir den SCH... nicht mehr bieten lassen und hielt schon beinahe eine Debatte. Bringt ja nix, verlorene Energie, und beim anderen wechselt der Blick auf die Sache auch nicht. Muss es ja auch nicht, ist ja sein Weltbild, wenn sie/er so durch die Welt will, sollen sie. Habe ich ja eigentlich schon als Teenie gemerkt, jedoch wirbelt der Rebell regelmässig bei mir auf, das bin ich einfach, und ich will sie auch nicht weg haben, ich mag meine Rebellin, sie hat mir schon viel Freiheit und Gleichgesinnte gebracht.

Einige Kids mögen zwar meine Kinder sehr, doch du merkst schnell, das die Eltern der anderen Kindern es lieber sehen wenn sie Bande innerhalb der Schule knüpfen. Moyra und Auri gehen schnell vergessen. Auch da musste ich schauen dass ich nicht traurig oder wütend wurde. Es ist ihre Meinung und ihr Weg. Das mussten auch meine Kinder lernen. Dass das nichts mit ihrem Wert zu tun hat.

Andere Homeschooler haben alle ihre Geschichte. Sie sagen zwar lass uns abmachen, aber das ist mehr Schein als Sein. Ein Teil hat schon ihr Umfeld, und hütet es gesund, dafür haben sie schliesslich genauso gekämpft wie wir. Das verstehe ich sehr, ich mache das auf eine Art ja auch. Die anderen sind so am Schwimmen und am Büscheln, dass sie im Herzen nicht wirklich offen sind, und oft nur oberflächlich Interesse haben. Ich verstehe sie auch, sie haben oft einen krasseren Grund warum sie Homeschooling machen als wir, und sie schützen sich und ihre Familie. Doch Clan, Gemeinschaft, ist das nicht. Sie können es gar nicht, sie heilen selbst noch.

Du hast dich ständig an das Programm deiner eigenen Freunde/Kollegen anzupassen, weil die in ihrem Schulalltag so eingebunden sind, auch noch mit den ausserschulischen Aktivitäten. Und wenn es ihnen zu schwierig wird: Boom, orientieren sie sich neu. Das machen die nicht aus böser Absicht, sondern weil die auch einfach ihren Alltag gesund bewältigen. Du merkst sehr gut, wo du wirklich geschätzt wirst, und wo du nicht wichtig genug bist, egal was gesagt wird, die Taten sprechen.

Aaaah, und dann noch jene, die am längsten ihre Krallen in meinem Kopf hatten: "Hast du denn nicht Angst um ihre Bildung?!" Doch, hatte ich. Und wie. Nur sehe ich jetzt schon in diesen kurzen Monaten, wie viel mehr sie lernen. Und wie GERNE sie mittlerweile wieder lernen. Corinne unsere betreuende Lehrerin hilft mir und ihenn da seeehr! Wenn meine Kinder soweit sein werden um in eine öffentliche Schule zu gehen, werden sie mehr als bereit sein. Ich habe jeden Tag mehrere Stunden um 2 Kinder zu unterrichten, sie verstehen die Materie, sie gebrauchen sie. Ich gehe auf sie ein. Ich lasse sie auch mit andere Arbeiten, mit Corinne, wie auch mit anderen Erwachsenen, damit sie verschiedene Umgangstöne, Geduldsfäden und Lernarten annehmen können. Ich glaube nicht, das es noch bewusster und verantwortungsvoller geht.

Dann gibt es jene, die sagen: "Ich könnte das nicht, aber DU bist da ja ganz anders, es fällt dir sicher leichter." Da kriegte ich anfangs auch die Wolle. Nein, es ist nicht einfach. Nein, es ist für mich nicht rosa. Warum immer alle denken ich hätte alles im Griff und sei gefeit vor allem, weiss ich nicht. Ich jammere nicht so oft, sondern packe lieber an. Das ist alles. Aber es ist anstrengend. Ich bin oft müde, ich muss meine Kräfte schlau und liebevoll einteilen, sonst halte ich nicht durch, ich brauche ständig die Balance zwischen Plan und Flexibilität, Güte und Strenge, Geniessen und Durchziehen, Klarheit und stehen lassen, Kommunikation und Schweigen, Erklärungen und machen lassen.... STÄNDIGE BALANCE! Besser gesagt bin ich auf hoher See, und bin jeden Tag stolz wo wir nicht gekentert sind. Nein, es ist nicht einfacher für mich. Ich bin einfach mutig genug, und lerne jeden Tag neu, lasse mich jeden Tag auf meine Grenzen und Belastungen ein. Mir wäre es auch lieber gewesen, wenn meine Kinder ihr Schuldasein mit kleinen und grossen Hürden in der Öffentlichen hätten machen können. Doch passt es nicht zu ihnen. Das hat mein Leben, meine Pläne auch mit dem eyonawa, ganz schön über den Haufen geworfen. Doch wenn die Hürden zu Seelen- und Körperpein werden, da hält keine Mutter und kein Vater mehr still, dann suchst du nach einer Lösung. Das ist unsere, die wir uns zur Zeit ermöglichen können.

Wenn mir jemand kommen will, ich würde meine Kinder zu wenig das Leben zeigen, sage ich mittlerweile gar nichts mehr. Ich schaue sie einfach an. Lange, ohne wegzusehen. Ja, ich muss noch bewusst meinen Kiefer entspannen und durchatmen. Und dann besinne ich mich auf das , was ICH weiss. Moyra ist selbstbewusster geworden. Sie lacht wieder, sie beginnt wieder ihrem grossen Herz Raum zu schenken. Sie verarbeitet die Schmach, das Mobbing, die Gleichgültigkeit was andere als Gesellschaft betiteln. Sie ist stärker, flexibler, mutiger, gelassener, dichter, und lebensfroher. Sie ist wieder Kind. Ein Kind, das gerne lernt, und Rückschläge nicht als solche betrachtet, sondern einfach als Teil des Lernens, egal in welcher Hinsicht. Auri beginnt sich selbst zu verstehen, weil wir gemerkt haben dass sie (und wohl auch ich wenn ich die Fragebögen und die Besprechungen durchgehe) im Spektrum ist. Sie fühlt sich nicht mehr falsch, und beginnt präsenter zu sein, kommuniziert mehr. Ist offener und freier geworden. Sie muss sich Mühe geben um zu einer Gruppe zu gehören (ohne sich dabei zu verbiegen), weil es nicht mehr möglich ist sich darin zu verstecken. Ihre Fortschritte sind enorm, ihr Liebe zu sich wächst jeden Tag, es ist aber auch genug Zeit da, um zu Heilen, und um sich selbst annehmen zu können, und das macht die Auri mit viel Mut.

Meine Kinder lieben es zu Hause unterrichtet zu werden. Sie haben einen bunten, lebendigen, herausfordernden Alltag.

Was tun mit den Kindern, wenn eines oder ich selbst zum Arzt muss? Wir haben keine Grosseltern. Wir sind ständig auf die Hilfsbereitschaft von anderen, die selbst auch viel zu tun haben, angewiesen. 2 Kinder "nimmt" man ja noch. Aber 3 und einen Hund... das vertsehe ich, dass das oft zu viel ist. Doch damit umgehen muss ich trotzdem im Alltag.

Was ist mit Ruven, wenn ich mit den Mädels am Schule machen bin? Er musste lernen alleine zu Speilen, auch wenn es so aussieht, als ob ICH mit Moyra und Auri spiele, und er nicht mitmachen darf. So sah dass in seinen Augen anfangs aus. Auch da brauchte es viel Begleitung. Nun geht das wunderbar, doch braucht es auch viel Phantasie, um ihn auch mal mit einbeziehen zu können, ohne dass er frustriert, oder die Mädels abgelenkt werden.

Von den Finanzen rede ich gar nicht, weil da hilft einfach keine Socke vom Staat. Da musste alles selbst bezahlen, sogar jegliches Schulmaterial, obwohl wir Steuern zahlst, jedenfalls in Bern. Ich bin saufroh um unseren Schulinspektor, der ist der Hammer, und um die Dame bei der EB, die MICH im Reflektieren unterstützt.

Dann gibts natürlich, und da war ich genauso erstaunt, auch welche, die ein schlechtes Gewissen haben, weil sie nicht Homeschooling machen. Und sich fast schämen dafür. So ein Quark, wenn doch alles gut für deine Kinder läuft, warum was verändern wenn es dir selbst so auch wohl ist? Das verstehe ich nicht... Das ist doch das einfachste und beste was es gibt.

Warum ich es mache, wenn es doch so anstrengend ist? Weil der Alltag meiner Kinder ihre Kindheit ist, ihre Prägungszeit für ihr Leben. Und weil SIE gelitten haben. Nicht einfach mal schwer hatten, sondern echt gelitten haben. Weil ich NICHT will, das meine Kinder aufwachsen mit dem Kopf, Herz und Bauch voller Dogmen die ihnen sagen, was anscheinend eine Gesellschaft ausmacht, und sie nicht hineinpassen (das haben sie tatsächlich gesagt), was jegliche Zeit für Innigkeit, Purheit, Ehrlichkeit und Ganzheit verloren hat. Weil ich sehe, das meine Kinder so mehr vom Leben mitbekommen. Mehr Sein als Schein. Ich habe ganz viele warums. Für MEINE Familie, und wie wir die Welt sehen. Das ist MEINE MEINUNG. Jede Familie weiss, was zu ihrem Leben, zu ihren Werten am Besten passt. Was gesund ist für ihre Familie. Ich finde es wirklich wunderbar, wenn ein Kind gerne zur Schule geht, oder es einfach schon schafft ohne dabei zu leiden! Das wünsche ich mir für meine Kinder auch. Und eines Tages werden sie soweit sein, dass sie ihre sensitive Art, ihre Art der Liebe zum Leben, ihre Verständnis für Soziales in die sogenannte Gesellschaft tragen können, ohne sich selbst dabei zu verurteilen, zu verlieren und sich klein zu machen. Das ihre Medialität sie nicht überrollt, sondern sie gelernt haben sie zu lenken. Weil ihr Licht genug Vertrauen trägt in sich selbst. Dann werden auch meine Kids wieder in die Öffentliche gehen. Vielleicht. Was weiss ich schon was morgen ist. Ich weiss ja schon nicht was in 2 Minuten ist.

Weisst du, was das schöne ist? Wenn dich jemand einfach so nimmt, wie du bist. Nicht das alles zu tolerieren ist oder gut geheissen werden soll. Nee, das wäre sehr krank. Mein echtes und enges Umfeld, das kontert, reflektiert mich offen. Anderes will ich nicht, das wird schnell unausgeglichen und unecht. Ich bin so dankbar, dass ich mich in den letzten Jahren für ein echtes und gutes Feld eingesetzt habe! Durch das Homeschooling haben wir noch mehr gemerkt, wer und was uns wichtig ist, und auch wem und was WIR wichtig sind. All meine Freunde haben Kinder die zur öffentlichen Schule gehen. Keine die heute noch in unserem Feld sind, verhalten sich irgend auf eine Weise anders zu uns, weil wir Homeschooling machen. Weil das für sie nicht wichtig ist. Sie sind einfach gerne mit uns, und wollen uns in ihrem Feld. DAS ist das, was zählt. Wir reden oft über den Alltag, logischerweise. Jede Form hat ihre Vorteile und ihre Nachteile. Und es wird jeder Familie noch mehr bewusst, meiner wie den anderen, das IHRE  Wahl genau die richtige ist, für IHRE Familie. Und genau so, sollte Gesellschaft sein. Und ich weiss, das wird sie eines Tages. Ich sehe, wie viele meinen, die Welt nicht schwarz-weiss. Sondern in ganz KLAREN, bunten Farben.

Bis bald

Sheila

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