Verwöhnt sein

Thursday
,
7
.
January
2021

«Du bist ganz schön verwöhnt.» «Komm, lass dich verwöhnen.» Der eine Satz klingt bei uns viel schöner an als der andere.

Ich finde verwöhnt sein nichts Schlechtes. Es bedeutet ja einfach, dass ich dieser Person, oder mir selbst, soviel Gutes wünsche, gönne und gebe wie ich kann und will, auch wenn es mehr ist als nötig. Doch was der Satz «Sie/er ist so verwöhnt.» auslöst, ist auch bei mir negativ verankert. Keine Wertschätzung, Undankbarkeit fürs Leben, Arroganz, Rafferei... Wieder einmal ist ein schönes Wort, dermassen negativ gebraucht worden, dass es einen fiesen Geschmack im Mund hinterlässt. Missbrauchte Wörter gibt es viele… Und die Sprache wird in unserer Zeit und Kultur so plump und einfallslos wie möglich genutzt, was ich sehr traurig finde. Damit es etwas mehr Farbe bekommt, ohne dabei «uncool» zu wirken ist die Ausweichung auf andere Sprachen wie eben «uncool» mit dem Englischen und so weiter. Mir persönlich geht es nicht ums Korrekte, sondern um das Spiel, um die Emotionen, was will ich rüberbringen. Da ist mir die Rechtschreibung nur wichtig wenn es dem Wort eine andere Bedeutung gibt, sonst ist sie mir egal (mag nicht korrekt sein, aber ist für mich einfach so), wie schnell zu merken ist wenn du Texte von mir liest. Wenn ich mein Gegenüber richtig verstehe, und mein Gegenüber mich richtig versteht, ist es mir gleich wie es geschrieben wird. Jedoch das Wesen zum Wort, das ist mir sehr wichtig.

Verwöhnen.
Für mich hat das gar nix mit dem zu tun, wieviel jemand hat, sondern wie sie/er damit umgeht. Wenn dabei keine Wertschätzung mehr ist, dann finde ich das «schlimm», und dann finde ich, das jemand eben «verwöhnt ist». Wenn jemand Freude daran hat, die Person/Sache/Situation schätzt (nicht nur für 2Sekunden), weiterhin begreift, dass es eine Segnung ist…. Dann finde ich diese Fülle grandios! Es gibt nämlich, finde ich, sehr viele «verwöhnte» oder ebendas Wort das ich nun mehr gebrauchen will «undankbare» Menschen die im Mittelstand leben. Sehr viele. Sehr. Dankbarkeit für Leben, für die Segnungen, für sich selbst, für andere. Mag nach Rosa-Schmauch klingen, und doch ist es so für mich. Dankbarkeit hat nichts mit Unterwürfigkeit zu tun. Wieder ein Wort, dass leider auch zu oft missbraucht wird. Aber ich will nicht doll abschweifen…

Ich sehe so viele Erwachsene, die an ihrem Gefühl zur Fülle arbeiten, auch bei mir in den Begleitungen. Zulassen, sich wert sein, Geniessen, Loslassen… Doch das Gefühl stellt sich erst ein, wenn es ohne schlechtes Gewissen, oder ohne «nicht überheblich rüber kommen» wollen gelebt werden kann.

Den Kindern wird oft gleich unterstellt (oder den Erwachsenen die sie beschenken) wenn sie Fülle leben dürfen, dass sie eben «verwöhnt sind».

Hach wie schön, dass unsere Kinder mit dem Gefühl von Fülle, von Wertschätzung und Liebe gleich aufwachsen dürfen, und somit all diese Kräfte in ihr Leben ziehen können, von Anfang an! Nicht so wie wir, die uns zuerst abrackern müssen dafür…. Ich halte ein kleines Sarkasmus Schild hoch. Weil allzu oft, sobald die Kinder damit natürlich umgehen, werden sie von vielen Erwachsenen gebremst. Niemand will ein undankbares Arschloch sein. Auch kein kleines.

 

Was Simon und ich uns alles anhören mussten weil wir unsere Kinder ins Homeschooling genommen haben, und eine Lehrerin engagiert haben! «Wie sollen sie denn mit dem richtigen Leben klar kommen! Verweichlichung nützt ihnen nix, ihr tut ihnen keinen Gefallen! Da musste ich auch durch, und es hat mich stärker gemacht»

Von Menschen, wohlgemerkt, die nichts direkt mit unserer Familie, und den Dingen die wir schon erlebt haben, zu tun haben. Merkste was?!Ihr Schmerz, ihr Wert. Nicht unserer. Die Argumentationen/Vorwürfe haben uns noch klarer über unsere Überzeugungen und Gefühle klar werden lassen. Ja, wir haben das Geld für eine Lehrerin anstatt für Ferien und Ausgang ausgegeben. Hätten wir mehr Geld, würde ich jedoch sehr gerne in die Ferien fahren und in den Ausgang gehen. Ich wünsche mir, dass es so kommen mag. Ich will meine Familie und mich in Wertschätzung verwöhnen. Aphrodite, Demeter, Freya, Venus… unsere Ahnen und Lichtwesen mögen uns dafür geleiten! Prost!

Als das für uns ohne wenn und aber klar wurde, hörten wir nix mehr von den anderen. Es hatte sogar noch weitere für uns positive Konsequenzen, doch vielleicht ein anderes Mal mehr dazu. Wenn sich dein Resonanzfeld wirklich ändert, wirft es weite Wellen.

Wir haben unseren Kindern diesmal viele Weihnachtswünsche erfüllt. Weil wir es konnten. Weil wir es wollten. Darunter auch ein Bettanzug, ein selbst bemalter Kissenanzug, Hunde und Katzen- Goodies. Weil sie solche Dinge genauso wertschätzen, wie ein ferngesteuertes Auto für draussen und eine Mond-Lampe. Vielleicht liegt es nächstes Jahr nicht mehr drin. Doch wünschen tue ich es mir.

Künstliches Aushalten von Situationen, nur damit man taffer wird, etwas daraus Lernen soll. Der Grad zum echten Leiden hin, welches kontraproduktiv und schlichtweg auch ein Plagen/Quälen sein kann. Auch da finde ich, ist der Grad schmal, und kann von aussen selten echt beurteilt werden. Wer mit seinen Gefühlen und seinem Gewissen gut in Kontakt steht, den Mut zur Ehrlichkeit hat, wird es merken. DAS sollte trainiert werden, finde ich.

Wertschätzung, Verwöhnung...hat so viele Gesichter. Wie alles.

Wie schön, Fülle und Reichtum jeglicher Art in Leichtigkeit und Wertschätzung leben zu können! Mit einem gesunden Gefühl von Grosszügigkeit gegenüber anderen und sich selbst.

Doch diese Balance ist an den Eltern/Grosseltern etc, ihnen beizubringen, und das geht nicht mit einmal erklären. Das ist so ein vielseitig und schmaler Grad, das braucht x- Beispiele, die vorzuleben sind, und bei den jeweiligen Situationen zu erklären sind. Genauso wie Selbstliebe und egozentrisches Verhalten. Petzen und Hilfe holen. Wann es besser ist die Ehrlichkeit zu sagen, und wann zu Schweigen. Da gibt es so viele Varianten, Situationen…. Die finden wir Erwachsene manchmal auch sauschwer. Beim Erklären, beim Reflektieren, lernen wir selber auch grad wieder, und bei den Fragen der Kinder, beim Abwägen, werden unsere Überzeugungen, Integrität und auch Dogmen gleich nochmal überprüft. Und sie sagen es uns auch sofort, wenn wir das nicht machen, was wir predigen. Gratis Bewusstseins- Seminare ohne Ende! ;)

Wie immer, meine Meinung, meine Wahrheit. Wer weiss wie ich in 20 Jahren darüber denke….doch jetzt ist es so für mich, nach bestem Wissen und Gewissen.

Auf ein ander Mal, ich freue mich darauf
Sheila

weitere geschichten von Natascha

Achtsamkeit

Tuesday
,
22
.
September
2020

Was bedeutet das eigentlich? Ich hatte mich Früher nie mit solchen Dingen oder Wörtern auseinander gesetzt.

Rezept - Chili Con Carne

Monday
,
21
.
September
2020

Neu im Blog zu finden: Rezepte von Natascha. Der Start macht Chili Con Carne.

Gefühle

Friday
,
8
.
May
2020

Zusammen sind wir Stark! Aber auch Schwäche gehört zum Leben dazu. Und das man mal weinen muss, oder schreien gehört einfach dazu.

weitere geschichten von Sheila

Hallo alter Kumpel!

Thursday
,
25
.
February
2021

Manchmal ist die Frustration einfach da. Hallo alter Kumpel, auch wieder im Land?

Erhalte dir dein Licht, indem du es pflegst.

Wednesday
,
24
.
February
2021

Im Moment fühlen sich viele müde, traurig, ausgelaugt, gereizt... es fühlen sich schlichtweg viele nicht wirklich strahlend.

Das muntere Bächlein

Friday
,
5
.
February
2021

Ein kurzes, philosophisches Märchen